Noch mehr Lob der Deutschen Eiche: Vom schwulen Pattaya nach München (Teil sechs)
Suzy Size flieht die gay Szene: Enttäuschungen im schwulen Thailand führen zu einer grossen gay Europareise
Von Suzy Size, zu Hause im stock-schwulen Pattaya (Sündenpfuhl der Welt), live aus München
Habe ich es schon einmal gesagt? Die Deutsche Eiche (das Hotel) ist eine wirklich gute Wahl, wenn man das schwule München besuchen will. Die beschäftigen natürlich keine Zimmermädchen, sondern nette Herren, die eindeutig ein Auge für männliche Schönheit haben. Unseligerweise – oder ist es vielleicht nur streng logisch? – wurde Suzy Size nicht ein einziges Mal sexuelle belästigt, und das während des ganzen Aufenthalts in der Deutschen Eiche. Das Wasserkühlsystem der Deutschen Eiche ist vielleicht weltweit einzigartig: Das Wasser kommt hier eiskalt aus den Hahnen – nicht wie in Pattaya, wo die Flaschen mit Trinkwasser den ganzen Eisschrank verstellen. Die famose Deutsche Eiche ist mitten im schwulen Münchner Kuchen, die meisten schwulen Bars, schwulen Saunen und schwulen Restaurants von einiger Bedeutung können zu Fuss bequem erreicht werden. Und die Deutsche Eiche unterhält auch selber – neben dem Hotel – eine schwule Sauna und ein schwules Restaurant.
Als eure heldenhafte Suzy Size auf dem Strassencafe der Deutschen Eiche sass, ein Weissbier trank, und angestrengt darüber nachdachte, wo in diesem schönen, aber doch sehr katholischen München, wohl Sex für eine alte Tunte zu finden wäre, liefe plötzlich ein sehr stämmiger Asiate vorbei. Das ist natürlich selten in einer Stadt wie München, wo die Farangs das Stadtbild so klar dominieren. Ständig täuscht man sich: Ah, da kommt ja die Ursula Rothstein (die Besitzerin von Ursulas Antiquitäten in Pattaya) gegangen, aber es ist nur eine anmassende Person, die wie die gute Ursula auszusehen versucht. Was macht denn jetzt der liebe Jim Lumsden (der Erfinder des Pattaya Gay Festivals) insgeheim in München? Doch Fehlanzeige, auch das ist nur eine üble Hochstaplerin, wahrscheinlich eine biedere Hausfrau mit Herz. Und was treibt da jetzt der Lud von Panorama (das älteste schwule Pub von Pattaya, wo man die Welt vorbei ziehen kann, aber natürlich nur den geilen Thai Boys auf den Arsch starrt) auf der Kaufinger Strasse? Aber auch das ist wieder nur ein Bajuwarischer Pseudo-Lud. Verwirrend, in der Tat.
Ein weiterer gravierender Nachteil von München: Man versteht jedes Wort. Die Leute, vor allem im ÖV, plappern pausenlos die dümmsten Sachen, man kriegt wirklich alles mit. Auch die Aufschriften allüberall lassen einem nicht in Ruhe München geniessen: Die Werbung: „Segmüller, der Möbelgigant“. Die Zeitungsschlagzeile: „Student ersticht Freundin, Eifersuchtsdrama in Schwabing“. Es gibt hier: Bräunungsstudios. Kostümverleiher. Schmalznudeln. Das Kaufhaus der Sinne. Fassbier Stangeneis gekühlt. Eine Schachakademie. Und eine Discount Bäckerei. Es gibt eine Arbeitslosenzeitung namens „Biss“, und wer Biss verkauft, sieht wirklich wie ein Verlierer aus und würde gar nicht so schlecht in gewisse Hetero Kreise von Pattaya passen.
Doch zurück auf die Terrasse der Deutschen Eiche, wo eben dieser stämmige Asiate vorbei gegangen ist, und den Kopf nach Suzy gedreht hat und diese alte Tunte sogar angelächelt hat. Man kommt ins Gespräch, ah, aus Indonesien ist der Junge. Er will in die schwule Sauna der Deutschen Eiche und offeriert unserer Heldin dorten eine Massage, falls sie sich von ihrem Weissbiere trennen und entschliessen sollte, ihm zu folgen. Das ist natürlich verlockend. Der Indonesische Kraftmensch kennt Yulius, ein anderer stämmiger Indonesier, den Suzy Size erst kürzlich auf Bali wieder gesehen hat, und der der Besitzer von Warung Tarzan ist, ein schwules Bali Restaurant (Details entnehme man den Pink Pages auf Sticky Rice Gay Guide Asien und Welt). Eine kleine (schwule) Welt fürwahr!
Wird Suzy Size diesem Indonesischen Muskelpaket in die Deutsche Eiche Schwulensauna folgen? Und: Was treiben die zwei zusammen?