Ein unvergessliches Erlebnis – hast du mich gebumst? (Teil sechsundfünfzig)
Suzy Size flieht die gay Szene: Enttäuschungen im schwulen Thailand führten zu einer grossen gay Europareise
Von Suzy Size, zu Hause im stock-schwulen Pattaya (Sündenpfuhl der Welt), live aus dem schwulen Berlin, Deutschland
Pfifferlinge gibt es jetzt an jeder Ecke von Berlin. Sie werden an einer Sahnesauce mit kleinen Speckstücken zubereitet. In den ausgedehnten Wäldern um Berlin wachsen sie überall. Suzy isst fast jeden Tag Pfifferlinge. Bei Foodland haben sie keine, hier gibt es sie in jedem Restaurant. Sie isst sie auch auf ihrem Ausflug nach Potsdam, wo sie sich die malerische Altstadt, den Park und Schloss Sanssouci anschaut, ein absolutes Muss für eine Queen in Berlin.
Prinzknecht, die populäre Berliner Schwulenbar, ist schon ziemlich voll, als Suzy vom Eldorado hier ankommt. Der Darkroom ist wie immer leer. Suzy unterhält sich lange mit einem Chinesischen Touristen, der erstaunt aus dem völlig leeren Darkroom kommt. Er will alles über die Berliner Schwulenszene wissen und Suzy erzählt ihm haarklein alles was sie so auf den Pink Pages des Sticky Rice Gay Guide World gefunden hat, sie weiss ja so viel. Er geht in einen der vielen Cruising Klubs in der Nähe, davon gibt es in Berlin wirklich jede Menge. Der typische Schwule in Berlin ist zwischen 50 und 90 Jahre alt, glatzköpfig oder mit Bürstenschnitt. Viele haben eine Tätowierungen, Piercings sind extrem weit verbreitet. Unabhängig vom Alter oder dem Bierbauch tragen alle ein Stück Leder, das ist bei den Berliner Schwulen obligatorisch. Die sind hier alle furchtbar haarig, Suzy steht nicht auf die Berliner Lederschwestern. Ralph König zeichnet ja gar keine Karikaturen.
Sie sitzt da in dieser freundlichen, aber auch etwas lächerlichen Prinzknecht Bar und lässt sich voll laufen. Es gibt hier nicht viel anderes zu tun. Alle lassen sich hier voll laufen. Einige trinken und knutschen, wie die zwei neben Suzy, die Zungenküsse ohne Ende austauschen. Einer ist noch hübsch, der andere recht hässlich. Ständig stecken sie sich die Zungen gegenseitig in den Mund, wenn sie nicht gerade einen Schluck nehmen. Das hört nicht mehr auf. Doch plötzlich um 1.30 Uhr geht der Hässliche. Suzy bezahlt dem Hübschen ein Bier und beginnt eine Konversation. Er ist aus Nordirland, das ist noch ein blinder Fleck auf der Sexlandkarte von eurer Heldin. Um eine lange, besoffene Geschichte abzukürzen, Suzy schleppt den jungen Kerl schliesslich ab bin Rogers Wohnung für ein unvergessliches Erlebnis.
Als er am nächsten Morgen aufsteht, fragt der Nordire Suzy Size doch im Ernst: „Hast du mich gebumst?“